Vitamin-Mangel Folsäure - Ernährung - 22. Februar 2012
 
 

Vitamin-Mangel Folsäure


Folsäure ist ein multifunktionales Vitamin!

Die Ernährungswissenschaftler sind sich einig, daß Folsäure in seiner Wichtigkeit ein nicht zu unterschätzendes, essentielles Vitamin darstellt.

Forscher des Johns Hopkins Children's Center in Baltimore haben jetzt herausgefunden, dass Folsäure in der Lage ist, Allergien und Asthma zu lindern bzw. zu verhindern. Bei ca. 8 Tausend Personen zwischen 2 und 85 Jahren wurden medizinische Aufzeichnungen bzw. Blutuntersuchungen ausgewertet. Das Ergebnis war beeindruckend, denn diejenigen, die hohe Folsäurewerte im Blut hatten, waren weniger an Allergien sowie Asthma erkrankt.

Eine große Anzahl von Stoffwechselprozessen benötigen für die Zellteilungs- und Wachstumsprozesse Folsäure. Ebenso für die Sauerstoffversorgung jeder Zelle ist Folsäure von großer Bedeutung und ist an der Bildung und Funktion von weißen Blutkörperchen beteiligt.
Bei einem Mangel können diese Stoffwechselvorgänge nicht normal ablaufen und in der Konsequenz Kranheitssymptome wie Blutarmut, Verdauungsstörungen und Veränderungen der Schleimhäute auftreten. Folsäure wirkt bei der Bildung von Blutkörperchen und Schleimhautzellen mit, hilft beim DNA-, RNA- und Proteinstoffwechsel sowie beim Abbau der Säure Homocystein, welche für das Herz-Kreislauf-System schädlich sein kann.
Ein künstlich provozierter Folsäuremangel kann zur Tumor-Therapie eingesetzt werden, um das Tumor-Gewebe zu schädigen, da dieses Gewebe schneller wächst als gesundes Gewebe und somit auch eine stärkere Schädigung des kranken Gewebes eintreten kann. Folsäure ist für kräftiges Haar zuständig. Für eine gute Magen-Darm-Tätigkeit ist Folsäure sehr notwendig, da ohne Folsäure der Magen weder Salzsäure noch Verdauungsenzyme bilden kann. Folsäuremangel kann neben Mangel der B-Vitamine zu Demenz führen, eine gestörte Zellatmung sowie Zellteilung beeinflußen und somit ein gestörtes Wachstum verursachen.

Das ungeborene Kind benötigt Folsäure für ein korrektes Verschließen des Neuralrohrs. Folsäure bekleidet eine zentrale Position der Purinsynthese, die für die DNA-Replikation ist somit ein wichtiger Baustein des Knochenmarks beim ungeborenen Kind in der Schwangerschaft.

Unspezifische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Konzentrationsschwächen sollten immer auch auf den Mangel von Folsäure hin untersucht werden.

In pflanzlichen Produkten kommt es als Polyglutamat, in tierischen als Monoglutamat vor und wird im Darm synthetisiert zu Folsäure.
Die natürlichen Quellen sind z.B. in Gurken, Trauben, Kartoffeln, Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, rote Bete, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl, Eigelb, Nüssen und in einigen Kohl- und Obstsorten enthalten. In Fisch und Fleisch kommt es in Spuren vor.

Folsäure ist licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich, weshalb die Nahrungsmittel keiner langen Lager-, Koch- oder Garzeiten ausgesetzt werden sollten.

Die höchste Konzentration findet sich in Weizenkeimen und Weizenkleie mit bis zu 400 µg je 100 Gramm. Eine Tagesversorgung kann erreicht werden durch folgende Nahrungsmittel: Kalbsleber 160 g, Sonnenblumenkerne 400 g, Hühnerei, Eigelb 300 g, Weizenkleie 130 g

Im Körper eines sich gesund ernährenden Erwachsenen Menschen befinden sich ca. 15 Milligramm Folsäure, die hauptsächlich in der Leber gespeichert sind.
Erstaunlich und fast nicht zu begreifen ist die Tatsache, daß in den Industrieländern nur 20 % der Bevölkerung ausreichend mit Folsäure versorgt sind.

Zu den Risikogruppen eines starken Folsäuremangels zählen Alkoholiker, Raucher, Anti-Baby-Pille-Einnehmerinnen, Langzeit-Antibiotika-Patienten, Schwangere, Stillende, von Magen-Darm-Erkrankungen oder chronischen Blutungen Betroffene sowie Dialyse-, Parkinson- und Niereninsuffizienz-Patienten.

Bei Vitamin-B12-Mangel sollte möglichst keine Folsäure eingenommen werden, da sie die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen kann.