Der Lebensstandard in den Industrienationen ist im Vergleich zur dritten Welt exorbitant hoch. Von gekachelten Bädern über Bidets, Wasserklosetts über Keim abtötende Putzmittel, Waschmaschinen und schnell zu wechselnder Kleidung bis hin zu einer hervorragenden, medizinischen Versorgung läßt es der Bevölkerung in diesen Nationen an nichts mangeln. Aufgrund der Hygiene-Bedingungen und der Tatsache, daß auch mit Messer und Gabel gegessen wird, sollte man meinen, daß kein Mensch auch nur einen Wurm in sich trägt.
Damit irren wir jedoch sehr.
Hier nur einige zum Nachdenken anregende Beispiele:
Madenwurm: ca. 1 cm lang ernährt sich der Madenwurm vom Nahrungsbrei im Darm. Nachts schlängelt sich das Weibchen zur äußeren Analhaut, um dort ihre Eier abzulegen. Das verursacht einen höllischen Juckreiz, der mittels Kratzen behoben wird. Hierbei werden natürlich auch Wurmeier verteilt. Unbedacht werden die Finger in den Mund gesteckt und der Kreislauf beginnt erneut. Durch seine weiße Farbe kann er im Kot erkannt werden.
Eine Aufnahme der Wurmeier erfolgt häufig auch durch das Berühren von Toilettentürklinken. Kinder können sich an Spielsachen, die von infizierten Kindern benutzt wurden, infizieren. Werden die Finger daraufhin ohne Händewaschen in den Mund gesteckt oder wird ohne Besteck gegessen (Fastfood) kommt es zu einer Madenwurminfektion. Mädchen können durch Kratzen oder andere Berührungen eine Scheidenentzündung bekommen. Eine Infizierung mit diesem Wurm geht häufig durch den analen Juckreiz mit Schlafstörungen einher.
Peitschenwurm und Spulwurm: Diese Wurmarten haken sich in die Darmwand, durchdringen diese häufig und wandern durch die Blutbahn in die Lunge. Dort werden Sie abgehustet und in aller Regel abgeschluckt, so daß sie durch das Verdauungssystem wieder im Darm ankommen.
Mit Fäkalien gedüngte Salate und Gemüse sowie kothaltiger Staub begünstigen die Infektion. Krankheitssymptome der Atemwege sind durch das Larvenstadium des Spulwurms nicht selten. Schmerzen beim Atmen sowie blutiger Auswurf und Husten können von Würmern in der Lunge verursacht werden. Magen-Darmbeschwerden werden durch erwachsene Würmer verursacht. Bei einer erhöhten Aufnahmemenge von Würmern reagiert der Körper mit Fieber, Übelkeit und Erbrechen.
Zwergfadenwurm: Diese Wurmart wird über die Haut der Füße innerhalb von 20 Minuten aufgenommen, wenn barfuß über infiziertes Territorium gegangen wird. Der Entwicklungs- und Wanderungszyklus entspricht den Peitschen- bzw. Spulwürmern. Auch die Symptome ähneln diesen Wurmarten.
Rind-, Schwein- Fischbandwurm:Über unsere Nahrung gelangt dieser Wurm in den menschlichen Darm und heftet sich an die Darmwand. Dort spielt er als Mitesser ein vorzügliches Leben, da er seinem Wirt die Aufnahme von Nährstoffen entzieht. Mangelerscheinungen und ungewollter Gewichtsverlust können dadurch auftreten. Der Schweinebandwurm hat es in sich: durch mangelnde Hygiene kann es zu einer folgenreichen Selbstinfektion führen. Gelangen Wurmeier aus dem eigenen Darmtrakt über den Mund wieder in den Organismus, so entwickeln sich Larven, die die Darmwand durchbohren und mit dem Blutkreislauf im Körper verteilt werden. Sie können sich in Gehirn, Bindegewebe und Muskulatur festsetzen und so Krämpfe und neurologische Störungen verursachen.
Fuchsbandwurm: Der Fuchsbandwurm ist ein übler Vertreter. Der Fuchs ist der eigentliche Wirt dieses Wurms. Der Fuchs legt seine Wurm-Eier über mittels seiner Fäkalien auf Waldbeeren, die der Mensch als verunreinigte Lebensmittel aufnimmt. In verschiedenen Organen wie der Leber oder Lunge entwickeln sich die Eier zu so genannten Finnen weiter. Sie führen dort zur Bildung von Zysten oder schweren Gewebszerstörungen. Die Zysten entwickeln und vergrößern sich über Monate und Jahre, erst spät verursachen sie Symptome. Es treten schwere Funktionsstörungen der betroffenen Organe auf. Es besteht die Gefahr, dass die Zysten aufplatzen und sich der Inhalt in die Bauchhöhle entleert. Dies führt zu einer lebensbedrohlichen Bauchhöhlenentzündung. Lebergeschwüre durch den Fuchsbandwurm können tötlich sein.
Trichinellose: Bei Trichinenbefall infizierten Fleisches gelangen die Parasiten in den Organismus. Nach 1 bis 2 Tagen haben sich bereits geschlechtsreife Würmer entwickelt und die Weibchen legen innerhalb von 5 Tagen weitere 1000 bis 1500 Larven in den menschlichen Verdauungsapparat. Durch das Lymphgefäßsystem sowie über das Venenblut werden die jungen Larven in wenigen Stunden in den Blutkreislauf geschleust. In der quergestreiften, also gut durchbluteten und somit sauerstoffreichen Muskulatur entwickeln sie sich prächtig. Zwerchfell-, Nacken- und, Kaumuskulatur sowie die Muskulatur des Schultergürtels einschließlich der Oberarme sind bevorzugte Aufenthaltsorte. Natürlich werden Muskelfasern durch diese Besetzer verursacht, was zu rheumaartigen Schmerzen und Fieber führt. Verdauungsbeschwerden und Durchfall können weitere Symptome sein. Eine Schwellung des Gesichts sowie Sprechbeschwerden durch den Befall der Zungenmuskulatur können auftreten. Atembeschwerden können durch den Befall der Brust und des Zwerchfells auftreten.