Von Bedeutung sind in der klinischen Praxis vor allem im Alter drei große Erkrankungsgruppen:
- das Kardiologische System,
- das Zerebrovaskuläres System (Herz-Kreislauf),
- der Bewegungsapparat.
Funktionseinbußen und Hilfsbedürftigkeit zeigen sich in
- Mobilität
- Koordination
- sensorische Fähigkeit
- Einschränkung der Alltagskompetenz
Der überwiegende Teil der älteren Menschen leben unabhängig. Ab dem 80. Lebensjahr steigt die Hilfs- bzw. Pflegebedürftigkeit erheblich. Hier ist wichtig, die Betreuung, Versorgung, Prävention sowie Rehabilitation sicherzustellen.
Die zwei vorrangigen Todesursachen in Deutschland
- 47,0 % Herz-Kreislaufsystem
- 25,1 % bösartige Tumore
Krebs bei Frauen über 80
- 21,0 % Dickdarm, Mastdarm
- 18,0 % Haut (ohne Melanome)
- 13,0 % Brust
Krebs bei Männern über 80:
- 20,0 % Prostata
- 16,0 % Haut (ohne Melanome)
- 14,0 % Lunge
Definition normales Altern (Good Aging) - krankhaftes Altern
- normales Altern: durchschnittliche Lebenserwartung
- krankhaftes Altern: spezifische Erkrankung während der Altersphase
Good Aging bedeutet gesundes Altern, wenn die erreichte Lebenszeit über dem Durchschnitt und physiologische Einbußen unter dem Durchschnitt liegen.
Jeden Tag erleidet die DNA 10.000 oxidative Schäden pro Zellgenom. Je Mensch 10:17 bis 10:18 Mutationen pro Tag! Diese Schäden müssen repariert werden, sonst entgleist das System. Diese antioxidantive Systeme sind lebenswichtig!
Zehn Punkte zur allgem. Prävention von Leistungsminderung und Erkrankung im höheren Lebensalter:
- Gesunde Ernährung
- Regelmäßiges, körperliches Training und Erhöhung der normalen alltäg. Bewegungsaktivität
- Regelmäßiges, geistiges Training
- Vermeidung Alkohol und Rauchen sowie Kanzerogene
- Vermeidung Noxen und Risikofaktoren für spez. Chron. Erkrankungen
- Verstärkung der körpereigenen Abwehr
- Hygiene, Körperpflege, Zahnpflege
- Positive Lebenseinstellung
- Primäre Prävention je früher, um so erfolgreicher
- Präventionsmaßnahmen während des kompl. Erwachsenenalters
Altwerden als lebenslange Aufgabe:
- in allen Lebensaltern körperlich, geistig, sozial aktiv
- in allen Lebensaltern gesundheitsbewußt
- Vorsorgemaßnahmen nutzen
- in allen Lebensaltern Lebensstil positiv verändern
- Vorbereitung auf das Alter
Aktives u. selbstverantwortliches Leben im Alter:
- freie Zeit nutzen, um Neues zu lernen
- im Alter offen bleiben für positive Ereignisse und neue Erfahrungen
- Alter begreifen als Chance
- im Alter Kontakte pflegen
- im Alter der Zärtlichkeit eine Chance geben
- dem Körper etwas zutrauen
Alter ist nicht Krankheit!
- Gesundheit ist keine Frage des Alters
- Krankheiten nicht hinnehmen
- nach guter Hilfe und Pflege suchen
- Mut zur Selbständigkeit
- Selbständigkeit erhalten bzw. wiedererlangen
Good Aging-Tipps gegen oxidativen Stress:
- ausreichende Zufuhr von Antioxidantien
- fettlösliche Antioxidantien Vit. E und Coenzym Q 10
- natürliches Vit. E (Gamma-Tocopherol bevorzugen, weil stark entzündungshemmend
- wasserlösliche Antioxidantien Vit. C (in zahlreichen Obst- u. Gemüsesorten
- Kalorienreduktion und richtige Ernährung ist eine der wertvollsten Anti-Aging-Maßnahmen
- leichte Kost am Abend oder Dinner Cancelling
- wichtigster Stoff der Mitochondrien ist Glutation (GSH - kleine Eiweißverbindung). Der wichtigste, weil limitierende Baustein für GSH ist Cystein. Quellen: Zwiebeln und Lauch; N-Acetylcystein (ACC)
- weitere GSH-Bereitstellung ist Alpha-Linolsäure. Potenzierung durch Carnitin. Alpha-Liponsäure und Carnitin hemmen die Radikalbildung in den Mitochondrien und steigern die Leistungsfähigkeit der Muskeln, Nervenleitgeschwindigkeit, Gedächtnisleistung
- Verhinderung von Vermehrung freier Radikaler. Regelmäßiges Ausdauertraining unterstützt die körpereigenen, antioxidativ wirksamen Schutzsysteme und verbessern die Energieausbeute in den Mitochondrien.
Good-Aging-Tips für die Ernährung:
- täglich Frischobst, Rohkost, Salat, Gemüse und Kartoffeln
- vorwiegend Vollkornprodukte
- Reduzierung rotes Fleisch auf 1-2 Mahlzeiten pro Woche
- täglich ausreichend hochwertiges Eiweiß
- wenig bis gar nicht Zucker und Süßigkeiten
- fettreiche Speisen sowie versteckte Speisen meiden
- täglich 2 - 3 Liter Wasser trinken
- mit Kräutern würzen und Kochsalz sparsam verwenden
- ausreichend Ballaststoffe täglich
- ausreichende Zufuhr Vit. A, B-Gruppe, C, D, E u. Folsäure
- ausreichend Mineralien und Spurenelemente, wie Selen, Zink, Jod, Kalzium, Magnesium
- Idealzustand bei Einnahme von Coenzym Q 10 (Urbichinon) (Pseudovitamin oder Vitaminoid)
Good-Aging-Tips Bewegung:
- Allroundprogramm für ältere Erwachsene
- Richtig dosiertes, ausgewähltes gelenkschonendes Bewegungsmuster für Ausdauer- sowie Kraftbereich
- Ausdauerbelastung dominiert
- Führung des Rumpfes durch ausgewogenes Muskelspiel (Kraft und Beweglichkeit)
- Koordination der Sinne einer Verletzungsprophylaxe
Verminderung des Verletzungsrisikos speziell Sturzprävention im Alter:
- wichtigste Faktoren, die Stürze bei älteren Personen verursachen können medizinische Faktoren z.B.:
- kordiovaskuläre Störungen mit verminderter Hirndurchblutung
- neurologische Erkrankungen
- Funktionsminderung der Sinne
- Hirnleistungsminderung
Umgebungsfaktoren:
- Enge Möblierung, Teppichfalten, Elektrokabel, schlechte Beleuchtung
- Glatter Fußboden, Schnee, Glatteis
- Fremde Umgebung (Krankenhaus, Heim)
Medikamentöse Faktoren:
- Sedativa,
- Hypnotika,
- Psychopharmaka
Training zur Verminderung des Verletzungsrisikos speziell Sturzprävention im Alter:
- Übungsvorschläge zur Erhöhung der koordinativen Fähigkeiten im Sinne einer Verletzungsprophylaxe, speziell Sturzprophylaxe:
- Gleichgewichtsübungen im Stehen
- Koordinationsübungen auf beweglicher Unterlage (für Geübtere)
- Sprungübungen
- Gleichgewichtsübungen im Sitzen
- Fallübungen als Verletzungsprophylaxe
- Trainingshäufigkeit
- Praktische Tips Koordinationstraining: u.a. Minitrampolin
Good-Aging-Tips für ein gesundes Herz
- als Raucher heute die letzte Zigarette rauchen
- Reduzierung des Übergewichtes
- in jungen (20) wie in fortgeschrittenen Jahren regelmäßig Blutfette kontrollieren lassen
- zu hohem Homocysteinspiegel vorbeugen (B6, B12 sowie Folsäure) Gemüse, mageres Fleisch u. Fisch
- abwechslungs- u. vitalstoffreiche Ernährung
- körperlich aktiv bleiben und regelmäßig in Maßen Sport treiben
- regelmäßig Blutdruck messen (erhöhte Blutdruckwerte lassen sich oft durch Umstellung nachteiliger Lebensgewohnheiten bessern bzw. normalisieren)
- Chlamydieninfektionen (Lunge, Harnwege, Geschlechtsorgane) konsequent ausheilen, gewissenhafte Mundhygiene betreiben sowie einen herdfreien Zustand von Zähnen und Zahnfleisch erhalten bzw. herstellen
- Ausreichend hohe Vitamin C, E sowie bestimmte Aminosäuren (Arginen) kann günstige Effekte auf die Gefäßinnenschicht (Endothel) der Herzkrankgefäße haben.
- Älter als 50 Jahre kann ein Hormonmangelzustand einen Risikofaktor für Gefäßerkrankungen bilden.
- Warnsignale ernst nehmen und rechtzeitig Arzt aufsuchen.
Kopf fit halten
- Gehirnjogging
- Vitamin C u. E mindert deutlich (Studie) das Risiko bestimmter Gehirnleistungsstörungen (vaskuläre Demenz)
- mentale Fitness
Good-Aging-Tips für starkes Immunsystem:
- kalorienmäßig niedrige, aber gute Ernährung
- ausreichend Vitalstoffe
- Gewichtskontrolle
- Mind. 2 Liter Flüssigkeit (Wasser) trinken
- Konsum von Genussmitteln (Kaffee, Alkohol) einschränken
- auf Nikotin verzichten
- regelmäßige, körperliche Bewegung
- ausreichend Nachtschlaf
- Körperhygiene
- Hygiene und Sauberkeit im Wohnbereich
- soziale Kontakte pflegen, kulturelle Angebote nutzen
- permanenten Stress vermeiden bzw. abbauen
- regelmäßige, medizinische Präventivmaßnahmen
- Information über notwendige und sinnvolle Impfungen einholen
- Immunstärkung anstreben
Good-Aging-Tips für Haut und Haare:
- von Jugend an Schutz vor Sonne, Wind, Nässe und Kälte vornehmen
- kurze, intensive Sonneneinstrahlung ist erlaubt, wenn man sich mit einem guten Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzaktor oder Sun-Blocker schützt
- hochwertige Pflegeprodukte mit natürlichen Inhaltstoffen benutzen
- Tagescreme mit Lichtschutzfilter benutzen bei längerem Aufenthalt im Freien
- Augenmerk auf hohen Anteil an Antioxidantien, Vitaminen und Hautnährstoffen in Pflegeprodukten
- für vitaminreiche, ausgewogene Ernährung sorgen
- um eine antioxidative Kraft entfalten zu können, körpereigenes Schutzenzym Selen aufnehmen
- auf ausgeglichenen Hormonspiegel achten
- auch Männerhaut braucht Schutz und Pflege
- seelische Ausgeglichenheit, innere Zufriedenheit und ein guter Nachtschlaf sind wesentliche Garanten für Jugendlichkeit und Vitalität
- unbedingt Alkohol und Nikotin meiden
- Stress und Ärger so weit wie möglich aus dem Weg gehen
- mit Lymphdrainage von Zeit zu Zeit verwöhnen
Good-Aging-Tips für den Hormonhaushalt:
- Hormonmangelzustand nur in Absprache mit Spezialisten ergänzen
- Stress in jeder Form meiden
- Zucker, fettes Essen, Alkohol u. Nikotin sind die Feinde der Hormone
- Magnesiummangel vorbeugen
- Squalenhaltige Nahrungsmittel (Oliven, Avocado, Auberginen, Käse, Tunfisch)
- in Speiseplan mit einbauen
- ausreichend Mineralstoffe mit der Nahrung aufnehmen
- ausreichend Vit. C aufnehmen
- ausreichend hochwertiges Eiweiß (Getreide, fettarmes Fleisch, Hochseefische) aufnehmen
- ausreichend ein- oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufnehmen (senken DHEA-Spiegel)
- täglich Salat mit Pflanzenöl (Olivenöl) angemacht sowie 2 x wöchentlich Fisch
- vermeiden bzw. reduzieren von Übergewicht
- Hormonproduktion spricht sehr gut auf äußere Reize an (regelmäßiges Sonnenlicht begünstigt Lust und Liebe)
Planung für den Lebensabend:
- Lebensabend planen, sich darauf freuen
- Hobby pflegen
- sportlich betätigen
- Kontakt mit gleichaltrigen und jüngeren Menschen pflegen
- Sex nicht vernachlässigen
- gesellige Sportarten pflegen
- Kontakt mit Kindern und Enkeln pflegen, jedoch nicht einmischen