Lernen für´s Leben - Navigation durch den menschlichen Körper - 20. Mai 2012
 
 

Lernen für´s Leben


Das Gehirn, dem Menschen als das komplizierteste System von allen Systemen, ob Körper -, IT- oder anderen Systemen, bekannt, verfügt über mehrere hundert Milliarden Nervenzellen, die durch Billionen von Kontaktstellen verbunden sind. Diese Kontaktstellen tauschen ihre Botschaften durch chemische Botenstoffe aus und es wandern in Schallgeschwindigkeit Informationen von einer Nervenzelle zur anderen.

Von der ersten Sekunde unseres Daseins bis ins hohe Alter lernt unser Gehirn immer und ständig. Jedes Neuron an der Oberfläche einer Nervenzelle unseres Gehirns ist nicht nur existent, sondern steht für Irgendetwas. Jedes Neuron repräsentiert eine andere Bestimmung.

Wenn über unsere Sinnesreize wie Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken oder Riechen ein Impuls an unser Gehirn gegeben wird, so kommt dort auch ein Impuls an. Alle Impulse sind gleich. Unsere Sinnesorgane sind wie ein Umschalter von analog in digital.

Wenn der Impuls in unglaublicher Geschwindigkeit im Gehirn bei seiner Synapse angekommen ist, wird er von dort auf chemischem Weg über die Synapse seinem Ziel zugeleitet. Je häufiger ein Impuls von unseren Sinnesorganen an das Gehirn geleitet wird, um so größer wird die dazugehörige Synapse, d.h., die Größe der Synapse hängt davon ab, wie häufig sie gebraucht wird.

Die Größe der Synapse ist erfahrungsabhängig. Die Heftigkeit der Überleitung hängt von der Größe der Synapse ab. Die Feinstruktur des Gehirns ändert sich mit dem Gebrauch der Synapsen. Erfahrungen schlagen sich in den Synapsen nieder in Abhängigkeit davon, wie häufig etwas geschieht, d.h., wenn das Gehirn ständig durch immer wiederkehrende Impulse angeregt wird, so bilden sich "Trampelpfade" im Gehirn und machen das einmal Gelernte eher verfügbar als Impulse, die nur hin und wieder den Weg durch das Gehirn steuern. Ein Gehirn mit vielen "Trampelpfaden" kann ähnliche Impulse viel besser verarbeiten als ein Gehirn mit nur wenigen "Trampelpfaden".

Wenn z.B. ein Arbeiter 30 Jahre immer die selbe Tätigkeit an seiner Maschine ausführt und außerhalb seiner Arbeitszeit nur wenig andere Impulse empfängt, so sind in diesem Gehirn weniger "Trampelpfade" als in einem Gehirn, das sich öfters umorientiert, bereit ist, zu lernen, auch andere Wege zu gehen und den Herausforderungen des Lebens zu begegnen.
Die Regeln in der Welt sind die Hintergründe für Erleben und entsprechenden  Wiederholungen. Wissen muß man sich aneignen, man wird nicht damit geboren.

Eine der größten Frustrations-Toleranzen ist das Laufenlernen. Ständiges "auf den Popo fallen" und wieder aufstehen, bis man endlich auf seinen zwei Füßen stehen bleibt, zeigt, wie viel Frust ein Mensch aushalten kann, denn irgendwann steht jeder Mensch auf seinen Füßen.