Bewegung bei Übergewicht - Alltägliche Probleme - 20. Mai 2012
 
 

Bewegung bei Übergewicht


Übergewichtige Menschen entsprechen nicht der gesellschaftlichen Norm gesunder Körperlichkeit. Dies kann dazu führen, dass der positive Bezug zum eigenen Körper verloren geht. Frustation über Leistungseinschränkungen, Schamgefühle bezüglich der eigenen Erscheinung, Hemmungen und der Verlust von Selbstwert kann die Folge sein.

Sport und Bewegung sind wichtige Bestandteile von Gewichtsreduktionsprogrammen. Regelmässiges Training baut Muskelmasse auf. Hierdurch wird die Regulation von stoffwechselaktiver Muskelmasse im Verhältnis zur stoffwechselinaktiverten Fettmasse zugunsten ersterer verschoben.

Die hormonellen Prozesse bei körperlicher Aktivität tragen zum Abbau von Körperfett und zum Erhalt von Muskelmasse bei.
Ausdauer- u. Kraftsport führen zu Anstiegen in verschiedenen Hormonen wie Wachstumshormon, Adrenalin und Noradrenalin, die letztlich lipolytisch wirken.

Der Nutzen für ein regelmäßiges Training zur Gewichtsreduzierung ist besonders deutlich im Grundumsatz zu erkennen. Durch eine reduzierte Kalorienzufuhr erniedrigte Grundumsatzrate kann durch Sport wieder erhöht werden.
Trainierte Personen verbrauchen mehr Kalorien in kürzerer Zeit als untrainierte. Langfristig führt regelmäßiges Ausdauertraining zu einer stärkeren Nutzung der Oxidation freier Fettsäuren (=Fettverbrennung) und einer geringeren Kohlenhydratoxidation zur Energiegewinnung.

Ausdauersport bei Gewichtsreduktion ist deutlich effektiver als Kraftsport, jedoch wird eine Kombination empfohlen, um spezifische Vorteile auszunutzen. Zur Optimierung des Energieverbrauchs ist häufig und ausdauerndes Training sinnvoll.

Spezifische Übungen, um Fettpolster in bestimmten Körperbereichen gezielt zu reduzieren, ist nicht so effektiv wie ein allgemeines Ausdauertraining.

Aufgrund spezifischer Voraussetzungen empfehlenswerte Sportarten im Rahmen eines Gewichtsreduktionsprogramm sollten Sportarten sein, die weder Herz-Kreislauf-System noch den Bewegungs- u. Stützapparat intensiv beanspruchen, keine motorischen Vorerfahrungen voraussetzen und Erfolgserlebnisse ermöglichen sowie Freude an körperlicher Aktivität vermitteln, so dass es zu langfristiger Aktivität motiviert.

Im Training sollte die Struktur eines langfristigen Trainingsaufbaus Berücksichtigung finden.

Inhaltliche Schwerpunkte während des Trainings
Körperliche Anpassung ( ca. 4 - 10 Wochen)
Körperlicher Aufbau (ca. 8 Wochen)
Stabilisierung (langfristig)

allgem. Kennzeichen eines Ausdauertrainings mit Fettverbrennungscharakter
niedrige Intensität
lang ausdauernd
keine wesentlichen Pausen
möglichst große Muskelgruppen

Warum sollte ein Krafttraining gemacht werden? Durch Krafttraining wird der relative Anteil magerer Körpermasse im Verhältnis zur Fettmasse erhöht. Muskelgewebe ist metabolisch aktiver als Fettgewebe und ist somit zur Erhöhung des Grundumsatzes und somit zu erhöhtem Kalorienverbrauch wichtig.